Besuch bei Bertelsmann in Gütersloh
In schicken Büros für Hochglanz-Magazine arbeiten – das geht nicht nur in Hamburg, sondern auch in Gütersloh: Beim Jugendpresse-Besuch der Bertelsman AG und der dazugehörigen Medienfabrik konnten sich die 12 Teilnehmer davon überzeugen lassen. Am Ende des Tages nahmen sie jede Menge Eindrücke von den Arbeitsweisen und –möglichkeiten dort mit nach Hause – und einer Tüte voller Probemagazine.
„Create your own career“– so heißt das Programm, das Judith Charles als „Manager Employer Branding“ zum Einstieg präsentierte. Wer kreative Ideen hat und keine Eigenverantwortung scheue, der bekomme gute Aufstiegsmöglichkeiten im Bertelsmann-Konzern - das suggeriert zumindest der gezeigte Image-Film, in dem sich internationale Mitarbeiter und Führungskräfte zu ihrem Unternehmen bekennen. Vom Verlag entwickelte es sich zum erfolgreichen Buchlieferanten, und heute gehören dem Bertelsmann-Konzern zahlreiche Medien- und Dienstleistungsunternehmen von der RTL-Group über Gruner und Jahr bis zu Arvato.
Zu Arvato gehört auch die Medienfabrik in Gütersloh – der journalistische Höhepunkt des Jugendpresse-Besuchs. Auch optisch: Bei der Führung durch das alte Backsteingebäude einer Nudelfabrik, die mit moderner Architektur kombiniert wird konnten sich die Teilnehmer einen Überblick verschaffen; von der Druckerei im Keller bis zu hellen Großraum-Redaktionen in den oberen Etagen.
Im gläsernen Konferenzraum präsentierte Presse-Referent Tobias Uffmann die Struktur und Aufgaben der Medienfabrik, zu denen unter anderem das Corporate Publishing gehört: die Produktion von Print- und Online-Kundenmagazinen mit journalistischen Inhalten. Zum Beispiel das Magazin Laviva, eine Frauenzeitschrift für den Rewe-Konzern. Mit Rabattcoupons ist sie zu günstigem Preis in den Supermärkten der Kette erhältlich. Mit einer Auflage von 300 000 Exemplaren ist sie fast so groß wie vergleichbare Frauenzeitschriften, die auch am Kiosk zu kaufen sind. „Wir sind ein Publikumstitel, insofern muss die Heftqualität stimmen“, beantwortete Chefredakteur Thomas Weber kritische Fragen, wie unabhängig man bei dieser Arbeit sei. „Rewe redet uns nicht in die Redaktion“, bestätigt auch Projektleiterin Nicole Westermann. Außerdem berichtete Karsten Ilm von seiner Arbeit als Chefredakteur in der Redaktion für Fan-Magazine, unter anderem für „Popstars“, „Germany`s next Topmodel“ und „Big Brother“: Einerseits sei es ein Risiko-Geschäft, je nachdem, wie die Serie läuft. Doch andererseits machen die Geschichten über (Möchtegern-)Stars und Sternchen es „extrem viel Spaß“, berichtet er.
Zum Abschluss gaben sie den Teilnehmern noch Tipps mit auf den Weg für ihren Weg in die Medien. Vor allen Dingen praktische Arbeit und Praktika bringen Erfahrungen und wichtige Kontakte für die Zukunft, waren sie sich einig – die sind auch bei Bertelsmann in der Medienfabrik möglich.
Text von Stefanie Brüning

